26.
Juli
 

 

 Corona-Notfallhilfe

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GUNDELFINGEN  Die indische Regierung hatte am 24. März über das gesamte Land - mit 1,4 Milliarden Menschen - eine strikte Ausgangssperre verhängt.

 

Hundertausende, die im informellen Bereich großer Städte als Müllsammler, Hausangestellte, Kleingewerbetreibende, Wanderarbeiter, Tagelöhner usw. tätig waren, verloren schlagartig Einkommen und oft auch Unterkunft. Mieten konnten nicht mehr bezahlt werden, Rücklagen waren meist nicht vorhanden. Ähnlich hart traf es Tagelöhner und Wanderarbeiter, die in ländlichen Regionen tätig waren. Von der Regierung kam wenig Hilfe.

 

Hundertausende Familien, Alte und Junge, darunter viele Kinder, machten sich auf in Richtung Heimatdorf. Oft zu Fuß, viele Hundert Kilometer. Verkehrsmittel standen den meisten nicht zur Verfügung.

Viele Menschen schafften den Weg nicht. Jene, die den Weg schafften, brachten Not und Verzweiflung in ihr Dorf zurück. Einst waren sie von dort weggezogen wegen Hunger, Arbeitslosigkeit und mangelnder Perspektiven.

 

Mitte April erfuhr die ´Gundelfinger  Indienhilfe`, wie von Seiten der Partnerorganisation mit der aktuellen Situation umgegangen wird.

"Wir haben alle Altenheime abgeriegelt, alle Kindertagesstätten und Förderschulen geschlossen, alle berufsbildenden Maßnahmen für Frauen eingestellt und die meisten Mädchenheime geschlossen. Unsere Kranken- und Entbindungsstationen blieben nur für Notfälle geöffnet. Unklar ist, wann die Bildungseinrichtungen wieder öffnen...", Sr. Priya, Ordensleitung. Nicht geschlossen wurde das Mädchenheim ´Naya Jivan` mit 130 Mädchen. „Diese Mädchen haben niemanden, der ihnen Schutz geben könnte“, Sr. Barbara, Leiterin.

 

Noch immer herrscht eine strenge Ausgangssperre in den Großstädten und deren Umland.

In der drangvollen Enge und unter den schlechten hygienischen Bedingungen breitet sich das Virus immer weiter aus, zunehmend nun auch in ländlichen Regionen.

 

Derzeit steht Indien auf der Infektionsliste an dritter Stelle. Lockerungen, die in etlichen Bundesstaaten vorgenommen worden waren, wurden wieder zurückgenommen.

"Große Berührungsängste bestehen gegenüber´Covid 19 geheilten Menschen`. Sie werden behandelt wie Leprakranke. Die Nachbarn flüchten vor ihnen", Sr. Ajita, im Slum Malwani/Mumbai.

 

Viele NGOs kümmern sich um Notleidende. So auch unsere Partnerinnen.

„Die Zahl der Menschen, die auf Lebensmittelversorgung und Medikamente angewiesen sind, nimmt ständig zu. Wir verteilen Lebensmittelpakete mit Speiseöl, Reis, Mehl, Linsen, Gewürze, Keksen, Zucker, Teeblättern, Schutzmasken und Seife an ärmste Familien, an Obdachlose, Witwen, alleinerziehende Mütter und Väter,  Behinderte und auch an die Familien jener Mädchen, die bis zur Ausgangssperre in unseren Heimen versorgt wurden...", Sr. Priya, Ordensleiterin, im Juni.

 

Die Indienhilfe ist für jede Unterstützung sehr dankbar!
IBAN: DE16 6806 4222 0003 0303 00